Was sollte vor der Entscheidung untersucht sein?
Die Entscheidung treffen Sie mit Ihren Ärzten. Ich kann eine zusätzliche funktionelle Untersuchung beitragen: Passt der Befund im Bild zu dem, was die Untersuchung zeigt?
Wann zuerst ärztlich abgeklärt werden muss
Bei diesen Beschwerden geht die ärztliche Abklärung vor:
- Lähmungen, Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich, Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang: Das ist ein Notfall, bitte sofort in die Klinik.
- Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, nächtliche Schmerzen ohne Bezug zur Bewegung: zuerst ärztlich abklären.
- Frische Verletzung oder Sturz: zuerst Bildgebung beim Arzt.
- Eine Schwäche im Bein oder Arm, die zunimmt: bitte umgehend ärztlich abklären.
Alles Weitere auf dieser Seite gilt für geplante Eingriffe, bei denen Zeit für eine Entscheidung bleibt.
Rücken-OP ja oder nein: worum es bei der Entscheidung geht
Die meisten Eingriffe an der Wirbelsäule sind planbar. Dann lohnt sich vor der Entscheidung eine Frage, die im Alltag oft zu kurz kommt: Ist die Struktur, die im MRT auffällt, auch die, die Ihre Beschwerden auslöst?
Bilder zeigen viel, auch Dinge, die nicht wehtun. Bandscheibenvorwölbungen finden sich bei 30 % der beschwerdefreien 20-Jährigen und bei 84 % der beschwerdefreien 80-Jährigen.¹ Ein Befund im Bild ist deshalb ein wichtiger Hinweis, aber noch keine Erklärung. Erst wenn Bild, Beschwerden und Untersuchung zusammenpassen, ist die Grundlage für eine Operation stimmig.
Ihr Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung
Gesetzlich Versicherte haben vor vielen geplanten Eingriffen an der Wirbelsäule Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung, zum Beispiel vor einer Versteifung, einer Dekompression oder einer Bandscheiben-OP (§ 27b SGB V, Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses seit 2021). Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Sie darauf hinweisen. Nutzen Sie dieses Recht.
Ich bin Physiotherapeut und Heilpraktiker, kein Arzt. Meine Untersuchung ersetzt das ärztliche Zweitmeinungsverfahren nicht, sie ergänzt es um einen funktionellen Blick.
Was ich vor der Entscheidung untersuche
Ich lege Ihr MRT neben die Untersuchung und frage: Welche Bewegung, welcher Druck, welche Position löst Ihren Schmerz aus, und passt das zu der Stelle, die operiert werden soll?
- Kommt der Schmerz von der Bandscheibe und dem Nerv, oder eher von einem Gelenk wie dem Iliosakralgelenk oder den Facettengelenken? Mehr dazu: ISG-Schmerzen · Facettengelenke
- Gibt es mehr als eine Stelle, die mitreagiert?
- Passt der Verlauf Ihrer Beschwerden zum Bildbefund?
Sie bekommen eine schriftliche Einschätzung, die Sie in das Gespräch mit Ihren Ärzten mitnehmen können.
Fragen für das Gespräch mit Ihren Ärzten
Diese Fragen helfen, egal ob Sie zu mir kommen oder nicht:
- 01Welche Struktur soll die Operation behandeln, und woran sieht man, dass sie meine Beschwerden auslöst?
- 02Was passiert, wenn ich abwarte, und wie lange kann ich das?
- 03Welche nicht-operativen Möglichkeiten gibt es noch, und welche davon habe ich schon ausgeschöpft?
- 04Wie sieht die Zeit nach der Operation aus: Klinik, Reha, Belastung im Alltag?
- 05Was passiert, wenn die Beschwerden nach der Operation bleiben?
So läuft der Intensiv-Termin
- 01
Mitbringen
Sie bringen Ihre Befunde und Bildgebung mit (MRT, CT, Arztbriefe). Wir gehen sie zu Beginn gemeinsam durch.
- 02
Untersuchung
Ausführliches Gespräch und manuelle Untersuchung der Wirbelsäule. Ich zeige und erkläre Ihnen, was ich finde.
- 03
Erste Behandlung
Am selben Tag, abgestimmt auf den Befund. Wo sinnvoll, mit einer gezielten Injektion (NeuroNJect).
- 04
Plan
Sie gehen mit einer schriftlichen Einschätzung nach Hause: was ich gefunden habe, was ich empfehle, und wann eine ärztliche Abklärung vorgeht.
Dauer: 60 bis 90 Minuten · Selbstzahlerleistung, die Kosten nenne ich Ihnen bei der Anfrage
Was Sie von mir erwarten können — und was nicht.
Ich rate Ihnen weder zu einer Operation noch davon ab. Was ich beitragen kann: eine gründliche Untersuchung, eine ehrliche Einschätzung und einen schriftlichen Befund für Ihre Entscheidung.
Bitte sagen Sie einen geplanten OP-Termin nicht ab, ohne mit Ihren Ärzten gesprochen zu haben.
Schon operiert und die Schmerzen sind geblieben? Schmerzen nach Rücken-OP
Mehr dazu, wie ich bei chronischen Rückenschmerzen nach der Ursache suche: Rückenschmerzen: die Ursache finden
Florian Schöning, Physiotherapeut und Heilpraktiker in Holzminden, untersucht Menschen, denen eine Operation an der Wirbelsäule empfohlen wurde, manuell und funktionell darauf, ob der Bildbefund zu den Beschwerden passt, und ergänzt damit das ärztliche Zweitmeinungsverfahren.
Häufige Fragen
Ist das eine Zweitmeinung?
Nicht im Sinne des Gesetzes. Die Zweitmeinung nach § 27b SGB V gibt eine Ärztin oder ein Arzt. Ich ergänze sie um eine ausführliche manuelle und funktionelle Untersuchung.
Soll ich meinen OP-Termin verschieben?
Das entscheiden Sie mit Ihren Ärzten. Bitte sagen Sie keinen Termin ab, ohne mit ihnen gesprochen zu haben. Wenn bis zur Operation Zeit ist, lässt sich der Intensiv-Termin meist vorher einrichten.
Was soll ich mitbringen?
MRT- oder CT-Bilder mit Befundbericht, Arztbriefe und, falls vorhanden, den Aufklärungsbogen zur geplanten Operation. Bringen Sie alles zum Termin mit.
Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Der Intensiv-Termin ist eine Selbstzahlerleistung.